corporeal ist ein englischer Begriff, der vor allem in der Philosophie verwendet wird und sich - stärker als das in der Alltagssprache gebräuchliche Wort „corporal“ - auf den Körper als Volumen und damit die plastische Materialität des Körpers bezieht. 

An dieses Verständnis von corporeal angelehnt, geht es mir um Unmittelbarkeit und Echtheit  (durchaus auch als Authentizität zu bezeichnen), die durch die Wachsamkeit aller Sinne und insbesondere der kinästhetischen Wahrnehmung entsteht. Anders gesagt: Innerhalb einer klar festgelegten Struktur und auf die Wahrnehmung des Körpers von innen heraus gestützt, achten die Tänzerinnen und Tänzer auf innere Impulse, die sie dann ins Aussen (den Raum, die Interaktion) tragen. Im Hinblick auf das Bewegungsmaterial bedeutet dies auch, allzu abgesteckte Wege zu vermeiden, indem man sich unerwartete Wendungen und Windungen erlaubt, die einzelne Körperteile plötzlich herausschiessen lassen und dabei eine andere überraschende Bewegung initiieren. 

Mich interessiert es, das Chaotische und Instinktive im Körper herauszuarbeiten, hin zu einer Bewegungssprache zwischen Sinnfälligkeit und Abstraktion. 



Sandra Schöll, 3. September 2007